Lochblech
Lochblech: Lochungsarten, Werkstoffe und Einsatzbereiche
Lochblech ist eine Blechtafel mit regelmäßiger Lochung, die Luft, Licht oder Flüssigkeit durchlässt und dabei steif und leicht bleibt. Eingesetzt wird es für Abdeckungen, Gitter, Siebe, Fassadenpaneele und Akustikverkleidungen. Dieser Überblick hilft Ihnen, Lochungsart und Werkstoff auszuwählen und zu entscheiden, wann eine Standardtafel genügt und wann sich eine Lochung nach Maß lohnt.
Lochungsarten beim Lochblech
Lochungen unterscheiden sich in der Lochform und darin, wie die Löcher auf der Tafel angeordnet sind. Am häufigsten begegnen Ihnen diese Varianten:
- Rundlochung (Rv). Die gängigste Variante. Die Anordnung in 60°-Teilung (versetzt, „auf Dreieck“) ergibt den größten freien Querschnitt und ein gleichmäßiges Bild. Eine Bezeichnung wie Rv5-8 bedeutet Lochdurchmesser 5 mm und Teilung 8 mm.
- Quadratlochung (Qg). Technische, geradlinige Optik, größerer freier Querschnitt bei gleicher Teilung. Geeignet für Siebe und Filterflächen.
- Langlochung (Lv, Ls). Guter Durchfluss bei erhaltener Festigkeit in einer Richtung, häufig bei Lüftungs- und Akustikpaneelen.
- Dekor- und Sonderlochungen. Beliebiges Motiv, Logo oder ein Verlauf der Lochdichte — das ist bereits Sache des Zuschnitts nach Maß, nicht der Lagertafel.
Freier Querschnitt und Ränder
Der entscheidende Kennwert ist der freie Querschnitt — der Anteil der Löcher an der Gesamtfläche, meist 20–60 %. Ein größerer freier Querschnitt bedeutet besseren Durchfluss und weniger Material, aber geringere Steifigkeit. Bei Sicht- und Montageteilen planen Sie einen ungelochten Rand für Befestigung und Biegung ein — eine Lochung zu nah an Biegung oder Kante verformt sich, und darin lässt sich schlecht bohren oder schweißen. Lassen Sie am Umfang des Teils daher einen durchgehenden Streifen von mindestens ein bis zwei Teilungen Breite stehen.
Werkstoffe für Lochblech
Lochen lässt sich praktisch jedes Konstruktionsblech — entscheidend sind Umgebung und Optik:
- Stahl (kaltgewalztes Stahlblech) — am günstigsten, für Abdeckungen und Innenbereiche, meist mit anschließender Oberflächenbehandlung (Lack, Pulverbeschichtung).
- Verzinktes Blech — für Außen- und Feuchtbereiche ohne zusätzlichen Anstrich; mehr dazu im Artikel verzinktes Blech.
- Edelstahl — Lebensmittelindustrie, Gastronomie, Sicht- und Außenteile; gut zu reinigen und korrosionsfrei.
- Aluminium — geringes Gewicht, häufig bei Fassaden und Lüftung.
Standardtafel oder Lochung nach Maß?
Brauchen Sie ein gängiges Lochbild auf großer Fläche, ist eine fertige Lochblechtafel vom Hüttenhändler meist am günstigsten. Sobald Sie aber ein konkretes Maß, eine Teilekontur, Biegungen, ein eigenes Lochbild oder nur eine Kleinserie brauchen, lohnt es sich, die Lochung aus dem Vollblech zu lasern. Der Laser schafft eine beliebige Lochanordnung und die Teilekontur in einer einzigen Datei, und die Kante bleibt sauber — wie wir es im Artikel über Blech schneiden beschreiben. Das Ergebnis ist ein Teil nach Maß, ohne dass eine fertige Tafel nachgeschnitten und mit Rand versehen werden muss.
Bei uns wird die Lochung auf der kombinierten Maschine TRUMPF TruMatic gestanzt oder gelasert, aus Blechen bis 6 mm in Tafelformaten bis 1250 × 2500 mm. Größere gelochte Flächen oder dickere Bleche fertigen wir nicht — dafür ist die fertige Tafel vom Hüttenhändler der richtige Weg. Muster und Prototypen empfehlen wir aus Lagermaterial (Edelstahl 1.4307, kaltgewalztes Stahlblech DC01, verzinktes Blech DX51D+Z275), das günstiger und sofort verfügbar ist.
Für die Lochung nach Maß gilt eine einfache Preisregel: Der Preis steigt mit der Anzahl der Löcher, denn jedes Loch ist ein eigener Schnitt. Eine dichte, feine Lochung über eine große Fläche ist daher deutlich teurer als ein lockeres Lochbild — das sollten Sie schon in der Konstruktion berücksichtigen.
Häufige Fragen
Wie klein darf ein Loch im Blech sein?
Beim Laser gilt als sinnvolles Minimum ein Lochdurchmesser von etwa der Blechdicke. Kleinere Löcher sind möglich, aber der Schnitt ist langsamer und die Kante weniger sauber. Für sehr feine und dichte Lochungen ist eine fertige Tafel besser geeignet.
Lässt sich Lochblech biegen?
Ja, aber die Biegung muss durch einen ungelochten Streifen oder so durch eine Lochreihe verlaufen, dass sich die Lochung an der Biegung nicht verformt. Planen Sie den Rand für die Biegung daher schon in der Konstruktion ein — siehe Blech biegen.
Wie wird die Lochungsart bezeichnet?
Durch die Kombination aus Lochform, Lochgröße und Teilung, zum Beispiel Rv5-8 (Rundloch 5 mm, Teilung 8 mm) oder Qg10-15 (Quadratloch 10 mm, Teilung 15 mm). Für ein Teil nach Maß genügt eine Zeichnung mit der Lochanordnung oder eine DXF.
Fertigen Sie auch ein einzelnes gelochtes Teil?
Ja. Die Lochung stanzen und lasern wir ohne Sonderwerkzeuge und ohne Mindestmenge, also kalkulieren und fertigen wir auch ein einzelnes Teil oder eine Kleinserie — aus Blechen bis 6 mm und in Abmessungen bis 1250 × 2500 mm.
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